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Montage

Fensteraufmaß

Die Fenstermaße werden in Millimeter ermittelt ­ entsprechend genau muss auch gemessen werden! Man unterscheidet zwischen Alt- und in Neubauten:

Neubau:
Beim Fensteraufmaß in Neubauten wird umlaufend 15 mm Luft vom Rohbaumaß abgezogen, da die Fuge im Anschluss vollständig mit wärme- und schalldämmendem Material (z.B. Montageschaum, Stopfmaterial) ausgefüllt wird. Auf keinen Fall sollte das Fugenmaß weniger als 10 mm betragen!

Altbau:
Hier wird nur 5-10 mm umlaufend abgezogen, da die dauerelastische Abdichtung (Versiegelung) später sichtbar bleibt, wodurch kleine Fugen optisch ansprechender sind. Im Neubau hingegen werden die Fugen durch den Verputzer überdeckt und sind daher später unsichtbar. Messen Sie die Höhe vom Sturz bis zur Fensterbank auf beiden Seiten, um Größenabweichungen ausgleichen zu können. Grundlage ist dann immer das kleinere Maß, damit Sie Ihr neues Fenster auch in die vorhandene Öffnung bekommen.

Demontage (betrifft nur Altbauten)

Voraussetzung für das Gelingen der Demontage der alten Fenster ist die Verwendung von geeigneten Säbel- und Fugensägen. Grundsätzlich zu beachten ist, dass durch die Demontagearbeiten keine Beschädigungen an der Fensterlaibung, dem inneren und äußeren Putz, den Wandfließen und den vorhandenen Fensterbänken entstehen dürfen!

Zunächst werden die Fensterflügel der alten Fenster ausgehängt. Danach sägt man die überstehenden Metallteile am Blendrahmen (z.B. Flügelbänder) ab. Im Anschluss müssen die Rahmen von den Wandbefestigungen (Laschen / Metallteile in der Fuge) gelöst werden ­ beispielsweise mit einer Flex. Schließlich wird der Blendrahmen mit der Säbelsäge an mehreren Punkten eingeschnitten und der Rahmen aus dem Mauerwerk entfernt. Sägen Sie hier hierzu pro Seite mindestens 2-mal V-förmig ein, damit sich die Rahmenteile
beim Ausbau nicht verkanten. Im Normalfall werden 6 Sägeschnitte benötigt: 2 x rechts, 2 x links, 1 x oben, 1 x unten. Das alte Dämmmaterial muss komplett aus der Wand entfernt werden! Nach dem Säubern des Arbeitsbereiches kann dann die eigentliche Montage der neuen Fenster beginnen.

Montage

Eine gute Montage kann ein schlechtes Fenster aufwerten ­ umgekehrt kann aber eine schlechte Montage auch ein eigentlich gutes Fenster abwerten! Fehlerhafte Planung führt zwangsweise zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Vor allem bei schalldämmenden Fenstern spielt die Qualität der Fugenausbildung eine entscheidende Rolle!

Wenn Sie sich selbst an die Montage herantrauen, sollten Sie einem professionellen Fenstermonteur zumindest einmal über die Schulter geschaut haben und auch selbst ein wenig handwerkliches Geschick aufweisen.

Voraussetzungen

Bauliche Voraussetzungen wie Wandaufbau, Tragfähigkeit bzw. Haftfähigkeit der Flanken für klebende Abdichtungssysteme, Ebenheit, Baufeuchte, Möglichkeit für Lastabtrag und Befestigung, Bauwerkstoleranzen (DIN 18202), Höhenbezugspunkte sowie vertragliche Vereinbarungen (Leistungsumfang), vorliegende Montagedetails, planerische Vorgaben für Wärme- und Feuchteschutz, Schnittstellen zu anderen Gewerken sind vorab zu überprüfen - falls erforderlich sind Behinderungen anzuzeigen und/oder die Arbeiten zu unterbrechen.

Eine oft in früheren Zeiten erfolgte einfache Schaummontage ist nach EnEv (Energieeinsparverordnung) nicht mehr ausreichend!
Man unterscheidet 3 Abdichtungsebenen, für die folgende Maßnahmen gelten:
· Die innere Abdichtung trennt Raum- und Außenklima und muss mit einer dampfdiffusionsdichten Folie oder ­ wie im Altbau häufig anzutreffen ­ mit dauerelastischem Material ausgeführt sein; damit soll verhindert werden, dass Raumluft in den Fugenbereich eindringen und Schäden anrichten kann. Somit ist darauf zu achten, dass die innere Abdichtung umlaufend ist.
· Die mittlere Abdichtung zwischen Fensterrahmen und Hauswand muss vollständig mit wärmedämmendem Material ausgefüllt sein.
· Die äußere Abdichtung dient als Wetterschutzebene und ist dauerhaft schlagregendicht und gleichzeitig dampfdiffusionsoffen
auszuführen. Dies kann sowohl durch eine dampfdiffusionsoffene Folie als auch durch mittels eines vorkomprimierten Dichtbandes erfolgen.

Ablauf

Zum Einbau müssen die komplett angelieferten neuen Fenster zunächst demontiert werden. Hierzu wird zunächst der Fenstergriff an den Flügel montiert, damit er geöffnet werden kann. Danach werden Flügel- und Blendrahmen getrennt, indem bei geschlossenem Flügel der Axerlagerstift herausgezogen und der Flügel aus dem Rahmen genommen wird. Stellen Sie den Flügel auf eine weiche Unterlage, damit er nicht beschädigt wird! Säubern Sie vor dem Einsetzen des Blendrahmens die Maueröffnung mit einem Handfeger.

Einsetzen und Ausrichten

Der Blendrahmen wird in die Laibung eingesetzt und lot- waage- und flutgerecht ausgerichtet. Der Toleranzbereich liegt bei 1,5 mm pro Meter, jedoch maximal 3 mm. Die Distanz- und Tragklötze sind so anzuordnen, dass sie die späteren Abdichtarbeiten nicht behindern. Wenn der Fensterrahmen nicht im Wasser ist, läuft der Fensterflügel später auf oder zu. Das Fenster kann sich später nur schlecht schließen lassen, wenn der Fensterrahmen nicht richtig ausgerichtet wurde. Es gilt weiterhin zu beachten, dass der richtige Sitz in der Laibung entsprechend der Wandstärke gewählt wird. Bei einschaligem Mauerwerk sollte das Fenster ungefähr in der Mitte der Wand sitzen. Ein lotrechter Anschlag erleichtert das Ausrichten des Fensters in die waagerechte und senkrechte Position.
Bei wärmegedämmten Außenwänden sollte das Fenster in einer Ebene mit der Wärmedämmung eingebaut werden. Ist dies nicht machbar, muss die Dämmschicht an den Laibungs- und Sturzflächen bis zum Blendrahmen hin angebracht werden, da ansonsten Wärmebrücken entstehen. Die Größe der Anschlussfuge wird gem. o.g. Vorgaben für Alt- und Neubauten ausgewählt.

Lastabtragung und Befestigung

Die Lastabtragung nach unten muss gegeben sein, beispielsweise durch Tragklötze oder Konsolen; seitlich angebrachte Befestigungsmittel können in der Regel keine Vertikallasten (Eigengewicht) aufnehmen. Die Befestigungen sind in einem Abstand von maximal 700 mm und in einem Abstand von 100 bis 150 mm von den Ecken entfernt anzuordnen. Als Befestigungsmittel sind nur geeignete und korrosionsgeschützte Befestigungsmittel einzusetzen, wie z.B. Laschen, Anker oder Rahmendübel. Bei der Fensterbefestigung muss darauf geachtet werden, dass eine einwandfreie Übertragung der Kräfte in das Bauwerk gewährleistet ist. Es dürfen dabei keine späteren Verformungen auftreten, welche die Funktion des Fensters beeinträchtigen!

Wärmedämmung

Je nach vertraglicher Vereinbarung ist die Fuge zwischen Mauerwerk und Blendrahmen mit Mineralfaserdämmwolle oder Montageschaum zu verfüllen, wobei darauf zu achten ist, dass die notwendige Fugentiefe für die spätere Abdichtung frei bleibt.
Falls Montageschaum verwendet wird, kann dieser nach dem Aushärten mit einem scharfen Messer mit dem Rahmenprofil bündig abgeschnitten werden. Wärmebrücken sind auf das Äußerste zu vermeiden und zu beseitigen!

Schlagregen- und winddichte Außenabdichtung

Für die äußere Abdichtung werden in der Regel vorkomprimierte Dichtbänder oder spritzbare Dichtstoffe eingesetzt ­ zur besseren Haftung muss hier ggf. Haftvermittler oder Primer verwendet werden. Bei der Verarbeitung sind klimatische Randbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) und Hinweise der Hersteller zu beachten.

Diffusionsdichte Abdichtung

Für die raumseitige Abdichtung werden in der Regel spritzbare Dichtstoffe oder überputzbare Folien eingesetzt ­ auch hier muss zur besseren Haftung ggf. Haftvermittler oder Primer verwendet werden. Ebenso sind bei der Verarbeitung klimatische Randbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) und Hinweise der Hersteller zu beachten.

Für die komplette Montage gilt

Das Prinzip der Dampfsperre.
Innen muss es dichter sein als außen! Abschließend muss die Funktion der Fenster überprüft und ­ falls erforderlich ­ Einstellarbeiten am Fensterflügel vorgenommen werden.

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